Es gibt ein wichtiges Thema über das man sprechen muss: Geld! Wer fürstlich leben will, der geht nach Südafrika. So oder ähnlich ist die allgemeine Vorstellung. Und in vielen Aspekten ist manches hier günstiger. Aber trifft das auch auf das Leben im Allgemeinen in Südafrika zu? Für diesen Bericht habe ich einmal einen Kassensturz für den Monat April 2023 gemacht und nun ratet mal was dort raus kam.
In Deutschland war die Inflation Ende 2022 sehr spürbar. Schlagartig haben sich von einer Woche auf die andere die Preise an der Tankstelle erhöht oder der wöchentliche Lebensmittel-Einkauf kratzte plötzlich an den 150 Euro, anstelle den üblichen 120 Euro für unsere vierköpfige Familie.
In Südafrika hingegen haben wir die Preissteigerungen in den letzten Monaten nicht merklich miterlebt. Aber wir haben mittlerweile ein Gefühl dafür entwickelt, dass die Preise für Lebensmittel sich erhöhen, wie in Deutschland. Manche Lebensmittel sind günstiger als in Deutschland. Zum Beispiel kosten 3 Avocados R30. Hingegen Kaffee kostet R150 und ist damit relativ teuer.
Natürlich gibt es regionale Unterschiede. Kapstadt ist eine Metropole, was sich auch auf die Preise „erhöhend“ auswirkt.
Zahlen lügen nicht
Ohne nun um den heißen Brei zu schreiben, habe ich für April die Ausgaben unseres Kontos zusammengetragen. Hier nun die Kernaussagen zu der kleinen Analyse:
- Für unsere 4-köpfige Familie – Kollege Feuchtnase war da noch nicht an Board 🙂 – haben wir im April ca. R72.500 ausgegeben.
- Die Miete – mit 38% der Monatsausgaben – ist der teuerste Posten. Ohne Miete lagen die monatlichen Ausgaben bei ca. R50.000. Das sind ca. 2500 Euro bei einem moderaten Lebensstil, ohne sehr sparsam zu sein, aber auch nicht verschwenderisch unterwegs zu sein.
- Essengehen ist generell günstiger als in Deutschland. Hingegen sind die Lebensmittelausgaben mit 15% vergleichbar zu Deutschland vor den Preissprüngen in 2022. Konkret veranschlagten Lebensmittel ca. R10.800. Das entspricht ungefähr 500 Euro bzw. 125 Euro pro Woche.
- Benzin: Die Preise für einen Liter Diesel liegen derzeit bei R21, ergo ca. 1 Euro. Die Benzin-Preise schwanken in Südafrika weniger stark, was an der monatlichen Festsetzung der Preise durch die Regierung liegen dürfte (jeden ersten Mittwoch im Monat). Von Anbieter zu Anbieter gibt es aber immer noch leichte Preisunterschiede.
Wo lebt es sich billiger?
Nun habe ich alles in Euro umgerechnet, was natürlich trügerisch ist. Denn ein Südafrikaner – mit einem Einkommen in Rand – muss alles in Rand bezahlen. Profitieren tut er nicht von einem guten Rand/Euro Wechselkurs. Gegenwärtig liegt dieser für einen 1 Euro bei ca. 20 bis 21 Rand.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Lebenshaltungskosten „leicht“ günstiger sind zu Deutschland. Wer in der Hoffnung nach Südafrika kommt, wie Gott in Frankreich zu leben, der wird enttäuscht. Allerdings ist leichte Arbeitskraft, im Garten oder im Haushalt um ein vielfaches günstiger, als in Deutschland. Für eine Haushaltshilfe zahlt man beispielsweise R300 (15 Euro) in der Woche. Auch Immobilien sind „noch“ erheblich günstiger.
Für eine realistische Einschätzung der Unterschiede beider Länder zueinander und um zu sagen, wo es tatsächlich günstiger ist, müsste man natürlich auch den steuerlichen Aspekt berücksichtigen. Denn in dieser Hinsicht bleibt es dabei:
Der deutsche Bürger ist Weltmeister im zahlen von Steuern. Das macht ihm keiner nach, leider!

Sehr sehr interessant, danke fuer die Analyse! Ohne jegliche Vorkenntnisse haette ich auch getippt, dass dort ALLES deutlich guenstiger sei – aber gerade mit Kids wird man natuerlich an vielen Stellen zur Kasse gebeten..
Im Schnitt sind also Immobilien und (lokale) Arbeitskraefte guenstiger. Steuern auch, aber dafuer gibt’s ja auch weniger staatlich finanzierte Programme..
Wird Zeit fuer den Kollegen Feuchtnase, seinen eigenen Budgetposten zu bekommen – und dann jeden Monat Einnahmen zu generieren, vielleicht kannst du den Kerl ja als Trueffelschwein ausbilden? 😉
Sehr interresant. Essen kostet also genauso viel wie Bildung. Mit anderen Worten, wenn man blöd bleibt, kann man doppelt so viel essen, jetzt verstehe ich manches besser, danke.