Südafrika Lebenshaltungskosten: Was hier das Leben kostet

Ein Grund, warum wir uns für den südlichen Zipfel Afrikas entschieden haben, waren die geringeren Südafrika Lebenshaltungskosten. Aber ist das wirklich so? Mit diesem Artikel möchten wir allen Interessierten einen Überblick geben, die nach Südafrika auswandern oder sporadisch Deutschland verlassen möchten.

Betrachtet man den Euro/Rand Wechselkurs, dann sind die Ausgaben natürlich niedriger als in Deutschland. Verdient man jedoch in Rand, dann sieht man schnell, das auch hier die Inflation ordentlich zuschlägt. Bekommt man sein Gehalt also weiterhin in Euro oder arbeitet für Firmen/Kunden in Übersee, dann kann die (temporäre) Auswanderung interessant sein.

Immobilien: Haus mieten oder kaufen

Ursprünglich wollten wir ein Haus „sofort“ im Noordhoek-Tal kaufen. Darum suchten wir nach einer Zwischenlösung zum Wohnen und entschieden uns für AirBnB für 4 Wochen. Satte 2.400 Euro kostete der Spaß für ein durchschnittliches Einzelhaus.

Es kam anders als geplant. Und auch unsere Vorstellung vom „schnellen Haus“, war mehr als unrealistisch. Denn die Überschreibung einer Immobilie dauert in Südafrika minimal 3 Monate. Abgesehen davon, fanden wir nach 3 Wochen, 8 Wochen und auch 6 Monaten kein geeignetes Kaufobjekt, das zu uns passt. Wir sind nicht anspruchsvoll, aber entweder war das Haus überteuert, in einem schlechten Zustand oder weit weg von unseren Vorstellungen. Unsere europäische Vorstellung von einem Haus (nicht Bauqualität) und deren Grundriss machte es nicht einfacher. Hinzu kam, dass wir in der Hauptsaison nach Südafrika gekommen sind und der Markt hier, in der Noordhoek Region, gefühlt leer gekauft war.

In dieser langen Phase des Suchens fanden wir zumindest eine Immobilie zum Mieten. Wir bezahlten (und zahlen noch) ungefähr 1.400 Euro (R28.000) monatlich für ein 3-Zimmer Haus. An Nebenkosten fallen ungefähr 60 bis 100 Euro (max. R2.000) an für Wasser, Strom, Abfall etc. Leider gibt es in diesem Haus keine Notstrom-Versorgung. Das bedeutete für uns die volle „Südafrika-Erfahrung“ mit Loadshedding. 😉 Wichtig zu wissen: Immobilien in Südafrika zu mieten, wird im Laufe der Zeit teuer. Denn Vermieter (nicht alle) behalten sich nach einem Jahr das Recht vor, die Miete um 10 % zu erhöhen.

Nach 8 Monaten sollte unsere Jagd nach einem Haus ein Ende finden. Rückblickend können wir sagen, dass wir in dieser Zeit viele Erfahrungen gesammelt haben, die für andere mit Sicherheit von großem Wert sein werden. Grundsätzlich sind die Immobilienpreise in Südafrika weit unterhalb des europäischen Niveaus. Abhängig von der Lage sollte man dennoch 200.000 Euro einplanen (R4.000.000).

Südafrika Lebenshaltungskosten im Allgemeinen

Das Leben kann – besonders in Südafrika – verlockend sein. Solange die Rechnungen bezahlt werden. Wir haben in einem anderen Beitrag bereits über die Lebenshaltungskosten für einen Monat berichtet. Die Lebensmittelkosten in Südafrika liegen im Allgemeinen unter dem europäischen Durchschnitt. Einheimische Produkte wie Fleisch, Obst und Gemüse sind erschwinglich und von guter Qualität. Ein wöchentlicher Einkauf für eine vierköpfige Familie kostet etwa R1.500 bis R2.000. Importierte Produkte und internationale Lebensmittel können jedoch teurer sein. Wir kaufen mittlerweile bei Food Lovers ein, denn dort wird regionales Gemüse sowie Obst angeboten und die Preise sind im Verhältnis zum Woolworth noch deutlich günstiger. Bei Fleisch oder Fisch gehen wir dann aber doch eher in Märkte mit höherer Qualität, wie z.B. Woolworth.

Schule und Kita

Für junge Familien wird dieser Abschnitt mit Sicherheit der interessanteste sein. Schulen sind in Südafrika auf einem guten Niveau. Das stimmt definitiv für Privatschulen. Zu staatlichen Schulen haben wir keine Erfahrungen sammeln können.

Unsere Kinder besuchen die Generation School, die mehrere Standorte in Kapstadt hat. Für die Kita zahlen wir 244 Euro (R5.000) inklusive Mittagessen. Die monatlichen Schulgebühren für unsere 8-jährige Tochter liegen bei ca. 300 Euro (R6.070). Darin sind alle Schulunterlagen und ein Vormittags-Snack enthalten, jedoch keine Schuluniform und auch kein Mittagessen. Aktuell nutzen wir das Nachmittagsprogramm der Schule nicht, was teilweise kostenlos, aber auch kostenpflichtig ist. Ansonsten gibt es 2-3 große Schulveranstaltungen im Jahr, die ebenfalls separat etwas kosten und wo man auch Essen kaufen kann.

Kosten für Auto

Für die Fortbewegung in Südafrika benötigt man ein Auto, wenn man außerhalb vom Zentrum wohnt. Hier wird eigentlich so gut wie alles mit dem PKW erledigt. Einkaufen, Kinder in die Schule bringen, Fahrten zum Strand etc. Die Kosten für das Fahrzeug selbst sind natürlich abhängig, was man haben möchte. Für uns war klar, das wir immer mal einen Buggy bzw. einen Truck fahren wollen, den man sich in Deutschland nicht leisten will. Nach einigen Tagen des Suchens haben wir uns für einen Ford Ranger entschieden. Die Kosten liegen je nach Alter, Fahrzeug-Typ, etc. bei ca. R500.000. Für die Anmeldung (Umschreibung) des Fahrzeugs liegt man bei ca. R1.000. Hierbei muss man beachten, dass man ein Auto nur kaufen kann, wenn man einen festen Wohnsitz hat. Ein Mietvertrag oder Kaufvertrag (Offer-To-Purchase) muss also vorliegen.

Die Kosten für Benzin variieren. Diesel liegt zur Zeit bei R22 pro Liter. Tanken wir den Ranger einmal voll, dann kostet es uns ca. R1.400. Auch eine Versicherung ist in Südafrika ratsam. Besonders die Taxis haben einen rasanten Fahrstil und auch die Kriminalität darf man nicht aus dem Auge verlieren. Wir zahlen dafür um die R 25.000 pro Jahr. Diese aufgeführten Kosten beziehen sich natürlich auf unseren Ford Ranger.

Kosten für Freizeitaktivitäten

Südafrika bietet eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten zu vernünftigen Preisen. Nationalparks, Strände und andere Naturattraktionen können zu günstigen Eintrittspreisen besucht werden. Restaurants und Bars sind in der Regel günstiger als in Europa oder den USA, obwohl einige gehobene Läden auch höhere Preise verlangen. Für eine vierköpfige Familie muss man beim Essengehen ungefähr mit R800 rechnen, was definitiv günstiger als in Deutschland ist.

Fazit zu den Lebenshaltungskosten in Südafrika

Obwohl die Südafrika Lebenshaltungskosten im Allgemeinen erschwinglich sind, können sie je nach Standort und Lebensstil variieren. Im Vergleich zu anderen beliebten Ländern ist Südafrika eine kostengünstige Option.

Dennoch ist es wichtig, bei der Budgetierung und Planung eines längeren Aufenthalts in Südafrika oder einer Auswanderung nach Südafrika die individuellen Bedürfnisse und anfallenden Kosten zu berücksichtigen. Alle Kosten für eine vierköpfige Familie zusammengefasst, würden wir ca. 25.000 Euro (ca. R507.000) für ein halbes Jahr (bei moderatem Lebensstil) empfehlen einzukalkulieren. Zusammengefasst für einen beispielhaften Monat können also folgende Kosten anfallen:

  • Miete R 29.000
  • Lebenshaltungskosten R 8.000
  • Schule R 11.000
  • Benzin R 1.400
  • Freizeit R 5.000 (Essen gehen, Reiten etc.)

In Summe also um die R 54.500 pro Monat. In der halbjährlichen Summe oben, sind noch Kosten, wie Versicherung, Urlaub, einmalige Anschaffungen etc. enthalten, die wir auf die Monate „ungefähr“ runter gebrochen haben. Tendenz steigend, denn die Inflation schläft auch hier nicht.

Wer länger als 3 Monate in dem Land verbringen möchte, für den fallen zusätzlich die Kosten für ein Visa an. Ein sehr zeitaufwendiges Thema für das wir noch ein separaten Beitrag nachlegen werden.

Eine Antwort auf „Südafrika Lebenshaltungskosten: Was hier das Leben kostet“

  1. Super Beitrag, sehr informativ, vielen Dank – Leben auf ordentlichem Niveau ist tatsaechlich guenstiger als in DE, aber auch nicht spottbillig!
    Ich wusste auch gar nicht, dass SA Teil des britischen Commonwealths ist (mit Australien, Kanada und Neuseeland usw), damit sind sie ja Teil des erleichterten Visa- und Handelsabkommens.. 🙂

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